Durch die Natur in die Ewigkeit

Samstag, 16. Mai / 20.15 - 22.00 Uhr
Sarah Fuchs
© Grahame Mellanby
Hugo Brady
© Emily Hoh
Armand Rabot
© Pablo Strong
Graham Johnson
© Clive Barda
Sarah Fuchs, Sopranistin / Hugo Brady, Tenor / Armand Rabot, Bariton / Graham Johnson, Klavier  
Eine musikalische Reise von der Harmonie zur Störung

Seit Jahrhunderten wird die Natur als Ernährerin, Trösterin und Grenzwächterin beschrieben und besungen. Sie ist mächtig und verletzlich zugleich und spiegelt uns selbst wider. Für Komponisten wie Schubert, Fauré, Chausson und Debussy war sie deshalb eine große Quelle der Inspiration. Schließlich können wir nicht ohne die Natur auskommen, die - mit oder ohne unser Zutun - unser Leben bestimmt. Graham Johnson ist es zuzutrauen, dies in einem zeit- und stilübergreifenden lied-Programm einzufangen. Durch die Natur in die Ewigkeit ist eine Reise durch Bilder des Überflusses und der Vergänglichkeit, der Harmonie und der Störung. Denn trotz all unseres Wissens und unserer Kunst bleiben wir letztlich in den Händen der Natur.

DURCH DIE NATUR IN DIE EWIGKEIT ~ Shakespeare

Franz Schubert (1797-1828)

Lied ‘Ferne von der großen Stadt’ D 483 (Pichler)

‘O Natur, ich folge deiner mütterlichen Spur / Das Gesetz, das noch kein Sterblicher ungerächt gebrochen hat’

An die Natur D 372 (Stollberg)

‘Süße heilige Natur / Lass mich auf deinem Pfad wandeln’.’

Das Lied im Grünen D 917 (Reil)

‘Auf dem grünen Lande ist das Leben herrlich.’

Wehmut D 788 (Collin)

‘Alles, was sich zum Himmel erhebt, wird verschwinden und untergehen.’

Die Erde D 579b (Matthisson)

‘Wie die Natur... Wachstum hervorbringt, nährt und schafft’

Ganymed D 544 (Goethe)

‘Wie dein Glanz mich umhüllt in der Morgenröte.’

Täglich zu singen D 533 (Claudius)

‘Ich danke Gott, dass ich die Sonne, die Berge und das Meer, die Blätter und das Gras sehen kann.’

Die Allmacht D 852 (Pyrker)

‘Du hörst es im Rascheln des grünen Waldes, du siehst es im Rascheln des goldenen Korns.’

Die Sternenwelten D 307 (Fellinger)

‘Hoch oben drehen sich die großen unbekannten Welten, gebadet im Licht der Sonne.’

Morgenlied D 381 (Stolberg)

‘Ich kann das Leben in dieser schönen Welt immer noch genießen.’

Dem Unendlichen D 291 (Knockstock)

‘Wiege dich, Baum des Lebens, zur Musik der Harfen’.’

Lied ‘Die Mutter Erde’ D 788 (Stolberg)

‘Mutter Erde versammelt uns alle, ob groß oder klein, in ihrem Schoß’.

Pause

Gabriel Fauré (1845-1924)

In den Wäldern des Septembers (Mendès)

‘Der uralte, trauernde Wald vermischt sich mit unserer Melancholie.’

Aurore (Hugo)

‘Der Wind spricht zu den Eichen, das Wasser spricht zu den Quellen, der Atem aller Dinge wird zur Stimme!’

Das Meer ist unendlich (aus: L'Horizon chimérique; De la Ville de Mirmont)

‘Das Meer singt in der Sonne, während es gegen die Klippen schlägt.’

Jardin nocturne (aus: Mirages; Brimont)

‘Ich kenne, o Garten, deine scharfen Liebkosungen und deine träge, glühende Wollust.’

Paradies  (aus: La Chanson d'Ève; Van Lerberghe)

‘Es ist der erste Morgen der Schöpfung .... Ein blauer Garten blüht’

WARNUNGEN VOR VERÄNDERUNGEN

Ernest Chausson (1855-1899)

Die Zeit der Lilien (aus: Poème de l'amour et de la mer; Bouchor)

‘Die Zeit des Flieders und die Zeit der Rosen wird in diesem Frühjahr nicht mehr wiederkehren.’

Claude Debussy (1862-1918)

Romanze (Bourget)

‘Gibt es keinen Duft mehr von der himmlischen Schönheit?’

Die Faune (Verlaine)

 ‘Ein antiker Terrakotta-Faun... prophezeit eine unglückliche Fortsetzung dieser Momente der Ruhe.’     

Le Son du cor s'afflige (Verlaine)

 ‘Der Klang des Horns heult in Richtung der Wälder... inmitten der Böen des heftigen Nordwindes.’

EPILOG

Ernest Chausson (1855-1899)

La Caravane (Gautier)

‘Die menschliche Karawane in der Sahara der Welt stapft weiter, verbrannt von der Hitze des Tages.’

Großer Saal
Evangelische Bruderschaft
Zusterplein 12, 3703 CB Zeist

Sarah Fuchs / Sopran

Sarah Fox erwarb ihren Bachelor-Abschluss am Royal Holloway College in London und ihren Master-Abschluss am Royal College of Music. Sie erhielt mehrere Preise und Ehrungen, darunter den Kathleen Ferrier Award, der sie der breiten Öffentlichkeit bekannt machte. Fox hat mehrere Opernrollen gesungen, fühlt sich aber auch in anderen Genres wie Folkliederen und Musical zu Hause. Sie hat auch eine große Liebe zum - vor allem französischen - liedrepertoire. Als Konzert- und Opernsängerin trat sie weltweit auf und arbeitete mit führenden Orchestern wie der Academy of Ancient Music, Concerto Köln und dem Orchestra of the Age of Enlightenment zusammen. Sie war auch Gast bei Festivals, darunter die BBC Proms. Die CD-Aufnahmen, an denen sie mitgewirkt hat, zeigen ihr breites Interesse an Vokalwerken.

Hugo Brady / Tenor

Bereits im Alter von acht Jahren stand Hugo Brady auf der Bühne, als er mit der Youth Opera Company des Royal Opera House in Opernlieblingen wie La Bohème und Carmen, und noch bevor er sein Studium am Royal College of Music (RCM) begann, gewann er Preise bei verschiedenen Talentwettbewerben. Im Jahr 2022 gewann er den Junior Kathleen Ferrier Award. Zurzeit absolviert er am RCM einen Masterstudiengang in Gesang. Brady besuchte Meisterkurse, unter anderem bei Sir Thomas Allen, Bernarda Fink, Roderick Williams und Veronique Gens. Letztes Jahr wurde er zum Associate Artist von The Mozartists ernannt. Er war außerdem ein ‘Rising Star’ des Orchestra of the Age of Enlightenment, ein Samling Artist und ein Oxford Song Young Artist.

Armand Rabot / Bariton

Armand Rabot studiert am Royal College of Music in London bei Ben Johnson. Im Jahr 2025 war er Teil der Académie des Festivals von Aix-en-Provence und 2024 nahm er am Young Singers Project bei den Salzburger Festspielen teil. Rabot hat mehrere Opernrollen gesungen und arbeitet derzeit im Opernstudio der Bayerischen Staatsoper. Rabot war auch in mehreren Oratorien zu hören und arbeitet regelmäßig mit dem Liverpool Bach Collective zusammen. Er wirkte bei der Johannespassion und der Matthäuspassion mit und sang zahlreiche Bach-Kantaten. In den kommenden Spielzeiten hat Rabot auch ein volles Konzertprogramm mit Auftritten im In- und Ausland, darunter ein Lecture-Recital mit Graham Johnson über liederen von Schubert und mehrere Opern.

Graham Johnson / Pianist

Graham Johnson ist ein gefeierter Pianist, lied-Pianist und Kenner der Werke mehrerer romantischer lied-Komponisten wie Schubert, Schumann und Brahms. Nach seinem Abschluss an der Royal Academy of Music kam er durch die Teilnahme an der ersten Meisterklasse von Peter Pears in Kontakt mit Benjamin Britten. Dort wurde seine Liebe zur lied-Begleitung geboren. Im Jahr 1976 gründete er Der Almanach der Liedermacher mit dem Ziel, das unbekannte lied-Repertoire einem breiteren Publikum bekannt zu machen.
Johnson konzipiert und begleitet regelmäßig Konzerte in der Wigmore Hall, unterrichtet lied-Begleitung an der Guildhall School of Music and Drama und leitet seit 1985 ein alle zwei Jahre stattfindendes Young Songmakers-Programm. Er ist außerdem Autor mehrerer führender Bücher über die lied-Kunst und hat mehrere besonders gut aufgenommene CDs eingespielt.

Sarah Fox meistert ihre Stimme souverän, wie ein Surfer, der eine Reihe von unmöglichen Wellen bezwingt. Eine Selbstsicherheit, die von einem schönen Ton und außergewöhnlicher Finesse begleitet wird.

Hugo Bradys bewundernswerte Klarheit der Phrasierung und sein schönes Timbre führten zu einer Erzählung voller lyrischer Schönheit und Absicht.

Armand Rabot hat eine starke, energiegeladene Präsenz und Dynamik. Wenn er singt, ist er - und damit auch ich - ganz im Moment.

Graham Johnson saß am Klavier wie ein großes deutsches Orchester und erzeugte Farben und Klänge mit einem Sinn für Ausgewogenheit und architektonische Form, die die brennende Intensität von Mahlers tiefer Reise in unsere Seelen nur noch verstärkte und erhellte.