Justyna Khil, Sopranistin / Rozalia Kierc, Klavier / Ellen Pearson, Mezzosopranistin / Francesca Lauri, Klavier
Alle vier stahlen mit einem früheren Auftritt die Show: die Sopranistin Justyna Khil und die Pianistin Rozalia Kierc beim Internationalen Gesangswettbewerb 2025 ‘s-Hertogenbosch, die Mezzosopranistin Ellen Pearson und die Pianistin Francesca Lauri beim Internationalen Gesangswettbewerb in Oxford. Was machte ihre Auftritte so besonders? Sie haben es gewagt, mit der Form eines ‘klassischen’ Liederabends zu spielen.
In drei Akten schufen Justyna und Rozalia eine zeitgenössische, theatralische Erfahrung eines lied-Konzerts mit Geschichten von Krieg und (ein wenig) Frieden, die sich durch die Generationen ziehen. Mit diesem Titel beziehen sich die in Polen geborenen Musikerinnen auf das Gedicht Zeitalter der Angst von W.H. Auden: Auch in Friedenszeiten kann der Krieg lauern. Sie wählten daher Werke bekannter westlicher Komponisten wie Eisler, Debussy und Britten sowie Kompositionen polnischer und ukrainischer Komponisten. Denn‘, so sagen sie, ‘fast acht Jahrzehnte, nachdem Auden sein Gedicht geschrieben hat, erlebt unsere Generation von Künstlern erneut die Angst, den Schmerz, den Verlust und die Vertreibung, die durch militärische Konflikte verursacht werden. Mit diesem Programm wollen wir sagen: Hier kommen wir her. Das ist es, was wir jeden Tag sehen, denken und fühlen. Fühlen Sie es auch?
Die Natur ist eine Konstante: Wir sind Natur und von Natur umgeben. Gleichzeitig ist die Natur aber auch nicht konstant. Allein der Wechsel der Jahreszeiten und was das mit einem Menschen machen kann, lässt einen das spüren. Man kann Traurigkeit empfinden, wenn der Rosenstrauch die Blütenblätter seiner letzten Blüte abwirft, unter einem Wintertief leiden und sich dann im Frühling und Sommer wieder erholen, wenn alles wieder blüht, als ob ein Schleier weggezogen wird, der einen die Welt in all ihren Düften und Farben wieder spüren lässt. Aber kann sich der moderne Mensch noch den Rhythmen der Natur hingeben?
Justyna Khil, Sopran
Rozalia Kierc, Klavier
Einführung
Rozalia Kierc (*1999)
Viele sind umgekommen (Auden)
Akt I
Hanns Eisler (1898-1962)
Krieglied eines Kindes (Zeitungsausschnitte op. 11/4; anonym)
Claude Debussy (1862-1918)
Noël der Kinder, die kein eigenes Haus haben
Francis Poulenc (1899-1963)
Bleuet FP 102 (Apollinaire)
Viktor Kosenko (1896-1938)
Вони стояли мовчки - Sie standen in Stille (Fünf Romanzen für Gesang und Klavier op. 7/2; Strazhev)
Benjamin Britten (1913-1976)
Beerdigungs-Blues (Cabaret Songs Nr. 2; Auden)
Akt II
Szymon Laks (1901-1983)
Szczęście - Glück (Fünf Lieder auf Gedichte von Juliana Tuwima Nr. 1; Tuwim)
Francis Poulenc (1899-1963)
Galante Feste (Deux poèmes de Louis Aragon FP 122/1)
William Bolcom (*1938)
Über das Klavier (Cabaret Songs; Weinstein)
Rozalia Kierc (*1999)
Rosettas Lied (Auden)
III. Akt
Vassyl Barvinsky (1888-1963)
COH (Sohn/Traum) (Heine)
Szymon Laks (1901-1983)
Erratum (Fünf Lieder auf Gedichte von Juliana Tuwima Nr. 4; Tuwim)
Karmit Fadael (*1996)
Wenn ich warte
Stanyslav Lyudkevych (1879-1979)
Розпука - Verzweiflung (Schaschkewytsch)
Francis Poulenc (1899-1963)
C (Deux poèmes de Louis Aragon FP 122/2)
Rozalia Kierc (*1999)
Viele sind umgekommen (Auden)
Pause
Ellen Pearson, Mezzosopran
Francesca Lauri, Klavier
Herbst
Benjamin Britten (1913-1976)
Letzte Rose des Sommers
Cécile Chaminade (1857-1944)
Chanson triste
Franz Schubert (1797-1828)
An den Mond
Winter
Franz Schubert (1797-1828)
Im Dorfe
Olivier Messiaen (1908-1992)
Pourquoi
Hugo Wolf (1860-1903)
Verschwiegene Liebe
Franz Schubert (1797-1828)
Nacht und Träume
Frühling
Gabriel Fauré (1845-1924)
Der Papillon und die Blume
Mai
John Irland (1879-1962)
Frühlingskummer
Franz Schubert (1797-1828)
Das Veilchen
Sommer
Samuel Coleridge-Taylor (1875-1912)
Süßer Baby-Schmetterling
Großer Frauenmond
Cécile Chaminade (1857-1944)
L'été
Gustav Mahler (1860-1911)
Ich bin der Welt abhanden gekommen
Großer Saal
Evangelische Bruderschaft
Zusterplein 12, 3703 CB Zeist
Justyna Khil, Sopran
Justyna Khil studierte an der Feliks Nowowiejski Musikakademie bei Hanna Michalak und Anna Wilk. Von 2021 bis 2025 nahm sie am Talentförderprogramm der Opernakademie des Teatr Wielki an der Nationaloper teil. Bereits während ihres Studiums debütierte sie mit der Darstellung der Gräfin in Le nozze di Figaro, gewann mehrere Wettbewerbe und trat bereits häufig auf.
Seit 2020 bildet sie ein Duo mit der Pianistin Rozalie Kierc. Im September 2025 gewannen sie den Internationaal Lied Festival Zeist-Engagementpreis für ihre eindringliche Darbietung ihres Programms Zeitalter der Angst beim Internationalen Gesangswettbewerb ’s-Hertogenbosch.
Rozalia Kierc / Klavier
Rozalia Kierc erhielt von klein auf Klavierunterricht und debütierte im Alter von sieben Jahren. Weniger als zwei Jahre später trat sie bereits beim Festival junger Pianisten des Arthur-Rubinstein-Sinfonieorchesters in Łódź mit Orchester auf. Sie nahm an verschiedenen Talentförderprogrammen teil und schloss 2017 ihr Studium an der Feliks Nowowiejski Musikakademie ab. Kierc ist mit großen Orchestern unter der Leitung führender Dirigenten aus aller Welt aufgetreten, darunter Rune Bergmann, Phillippe Bender, Stanisław Krawczyński und Yoshinao Kihara. Sie war auch bei zahlreichen Festivals zu hören. Im September 2025 gewannen sie und die Sopranistin Justyna Khil den Internationaal Lied Festival Zeist-Engagementpreis für die eindringliche Aufführung ihres Programms Zeitalter der Angst beim Internationalen Gesangswettbewerb ’s-Hertogenbosch.
Ellen Pearson / Mezzosopran
Ellen Pearson schloss ihr Studium am Royal Northern College of Music mit Auszeichnung ab und erwarb ihren Master-Abschluss - ebenfalls mit Auszeichnung - am Royal College of Music. Sie nahm an mehreren Talentförderprogrammen teil, darunter das Jette Parker Artists Progamme des Royal Opera House, das Samling Artist Programme, das Britten Pears Young Artist Programme und Oxford International Song Young Artists. Sie nahm auch am Wigmore Hall French Song Exchange Programm teil. Pearson hat mehrere große Opernrollen gesungen und mehrere Preise gewonnen.
Francesca Lauri / Klavier
Francesca Lauri schloss ihre Spezialisierung als lied-Pianistin am Royal College of Music im Jahr 2024 mit Auszeichnung ab. Dort wurde sie u. a. von Simon Lepper und Roger Vignoles unterrichtet. Außerdem nahm sie an verschiedenen Talentförderprogrammen teil, u. a. am Samling Institute, Leeds Lieder und Oxford International Song Festival. Während ihrer Teilnahme am Britten Pears Young Artist Programme arbeitete sie mit Susan Manoff, Veronique Gens und Audrey Hyland am französischen liedrepertoire, für das sie eine große Liebe hegt. Derzeit ist sie Stipendiatin des Lord and Lady Lurgan Collaborative Piano Scholarship des Royal College of Music, das es ihr ermöglichen wird, sich weiter mit dem Gesangsrepertoire zu beschäftigen.