Seit zehn Jahren im grünen Zeist, lauschen Sie dem Reichtum, den liederen uns zu bieten haben. Lieder, die so oft von eben diesem Grün singen und uns mit ihren Geschichten berühren. Dieses Jahr ist also die Natur selbst unser Protagonist. Denn wir leben in der Natur und seine Natur. Und wie könnte das lied dies besser tun, als jedes Mal diese eine Frage zu stellen: Wie stehen wir zu uns selbst und unseren Ursprüngen? Für das Festival 2026 haben wir daher das Thema Zurück zur Natur.
Ein kurzer Blick in die Nachrichten verrät uns Hitzerekorde, gefallene Klimavereinbarungen, Waldbrände und steigende Meeresspiegel. Gleichzeitig lockt uns die Werbung zu einem Natururlaub in Wäldern, an Stränden und in den Bergen. Schließlich sind wir auf der Suche nach der Erleichterung, die uns unser hektisches Leben vergessen lässt, wenn auch nur für einen Moment. Das ist ein Zeichen für unser kompliziertes Verhältnis zur Natur und zur Umwelt. Zu der Welt, in der wir leben und von der wir ein Teil sind. Umwelt‘ heißt das im Deutschen treffend. Sie umfasst alles, was uns umgibt: die Natur und uns selbst.
Da war ein Mann, ich werde nicht sagen, wer
er war, der die Natur liebte,
Zumindest dachte er das, denn er hatte
Ich habe gehört, dass es dort so viel zu finden gibt,
die Stille, die Freiheit, die Freude und dich selbst
und so weiter. Auf jeden Fall genug, um dorthin zu gelangen
einmal zum Mitnehmen.
* von: Rutger Kopland. Gedichte. Amsterdam, Van Oorschot, 1999
Die nächste Zeile des Gedichts lautet: ‘Und als er seine Sandwichs fertig hatte? In den darauffolgenden Strophen stellt der Dichter unsere Einstellung zur Natur in Frage. Ist die Natur nur ein Ort, ’an dem es so viel zu finden gibt‘, dass wir einmal dorthin gehen sollten? Finden wir dann Stille, Freiheit und Freude und uns selbst? Oder tragen wir auch Verantwortung für sie und beeinflussen sie?
Von Freitag, dem 15. bis Samstag, dem 23. Mai, werden wir unsere Beziehung zur Natur und die Art und Weise, wie wir sie als Menschen sehen, untersuchen. Denn die Natur ist kein ‘Freizeitpark’, in dem wir uns zur Unterhaltung und Entspannung aufhalten können. Wir sind ein Teil von ihr und können sie ‘machen’ und zerstören. Die Natur ist auch die Inspiration für unzählige schöne liederen von damals bis heute, die uns einen Spiegel vorhalten. Denn als er seine Sandwiches beendete, hörte der Mann in dem Gedicht den Regen, roch das Gras unter seinen Füßen, das Lachen der Menschen und ‘die Stimme von Mutter / Eule, die in den Ulmen weint und / nach ihm ruft.’
Kommen Sie zu uns und hören Sie auf die Stimme der Natur!