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Beethoven-Jahr 2027 – seine Werke, sein musikalischer Einfluss und sein Gedankengut.
Nächstes Jahr feiert die Musikwelt den 200. Todestag von Ludwig van Beethoven. Seine Musik, aber vor allem auch sein Gedankengut stehen im Mittelpunkt. Denn als erster ‘freiberuflicher Musiker’ musste er sich zu einer sich schnell verändernden Gesellschaft verhalten. Zum ersten Mal seit Generationen war ein Musiker nicht nur ein Handwerker, sondern hatte eine Geschichte zu erzählen.
Wo meine Ideen herkommen? Sie kommen ungerufen und unmittelbar, ich könnte sie mit den Händen greifen, in der Natur, im Walde, bei Spaziergängen, in der Stille der Nacht, am frühen Morgen, inspiriert von Gefühlen, die sich beim Dichter in Worte umsetzen, bei mir in Töne, klingen, brausen, stürmen, bis sie endlich in Noten vor mir stehen …
Während Beethovens Leben fanden auch große Machtverschiebungen statt und es brachen – unter anderem infolge der Französischen Revolution – Kriege aus, die für viel Elend sorgten. Waren jene Veränderungen ein Versprechen oder eine Gefahr? Beethoven war jedenfalls, auf seine eigene Art, ein Freiheitskämpfer, für den Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit wichtige Antriebskräfte waren. Sein persönliches Leben bestimmte, wie er komponierte, lavierend zwischen adliger Macht und dem Kampf für die Existenzsicherung, zwischen Freiheit und Verantwortung. Auch unsere Welt steht in Flammen. Worin liegt unsere geteilte Menschlichkeit? Und welchen Weg weist uns die Musik? Für das Festival des Jahres 2027 wählten wir deshalb Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit als Thema.
Von Samstag, dem 15., bis einschließlich Samstag, den 22. Mai, untersuchen wir den musikalischen Einfluss, den Beethoven auf spätere Komponisten wie Mendelssohn, Schubert, Berlioz, Schumann, Wagner, Brahms und Schönberg ausgeübt hat. Darüber hinaus erhalten Komponisten und Dichter eine Bühne, die sich gegen Ungerechtigkeit und Unfreiheit ausgesprochen haben oder denen gerade der Mund verboten wurde; man denke an: Dmitri Schostakowitsch, Kurt Weill, Bertolt Brecht, Friedrich Hölderlin, Hanns Eisler oder Federico García Lorca. Und wir machen Platz für Komponisten, die sich eben nicht vom Zeitgeist inspirieren ließen, sondern schrieben, weil sie einen inneren Drang verspürten. Fauré, Brahms oder beispielsweise Koechlin schrieben Kunstwerkelied, weil sie Kunst machen ‘mussten’. Und natürlich erklingen lieder von Beethoven selbst, denn:
Jeder, der meine Musik versteht, wird niemals wieder unglücklich sein.
Henk Neven und Hans Eijsackers